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[?solved?] KDE Plasma 5 - überall 10 Sekunden warten
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schmidicom
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 12:38 pm    Post subject: [?solved?] KDE Plasma 5 - überall 10 Sekunden warten Reply with quote

Seit kurzem hat meine KDE Plasma 5 Umgebung offenbar die ultra nervige Angewohnheit angefangen bei jedem FileOpen-Dialog oder Dolphin start die jeweilige Anwendung einfach mal 10 Sekunden lang nicht mehr reagieren zu lassen.

Hier mal einen strace von einem kwrite wo der FileOpen-Dialog geöffnet wurde:
Code:
...
14:21:04 write(5, "\1\0\0\0\0\0\0\0", 8) = 8
14:21:04 ppoll([{fd=28, events=POLLIN}], 1, {tv_sec=30, tv_nsec=0}, NULL, 8) = 1 ([{fd=28, revents=POLLHUP}], left {tv_sec=29, tv_nsec=997617973})
14:21:04 write(5, "\1\0\0\0\0\0\0\0", 8) = 8
14:21:04 read(28, "", 12)               = 0
14:21:04 write(5, "\1\0\0\0\0\0\0\0", 8) = 8
14:21:04 close(28)                      = 0
14:21:04 ppoll([{fd=-1}, {fd=24, events=POLLIN}, {fd=26, events=POLLIN}, {fd=30, events=POLLIN}], 4, {tv_sec=29, tv_nsec=998000000}, NULL, 8) = 2 ([{fd=24, revents=POLLHUP}, {fd=26, revents=POLLHUP}], left {tv_sec=18, tv_nsec=934247812})
14:21:15 ioctl(24, FIONREAD, [0])       = 0
14:21:15 read(24, "", 1)                = 0
14:21:15 write(5, "\1\0\0\0\0\0\0\0", 8) = 8
14:21:15 close(24)                      = 0
14:21:15 ioctl(26, FIONREAD, [0])       = 0
14:21:15 read(26, "", 1)                = 0
14:21:15 write(5, "\1\0\0\0\0\0\0\0", 8) = 8
...

Da ist klar zu erkennen das 10 Sekunden lang einfach gar nichts mehr passiert und während diesen 10 Sekunden ist das Programm dann nicht mehr bedienbar, also eingefroren. Das selbe passiert auch wenn der Dolphin geöffnet wird, kurz nach dem das Fenster da ist reagiert es 10 Sekunden lang einfach nicht mehr.

Hat hier irgendjemand eine Idee wie dem Ursprung von diesem Scheiß Bug auf die schliche komme ohne gleich eine riesen Downgrade/Reinstall/Upgrade-Orgie zu veranstalten?
Die Ausgabe von Strace selbst ist leider alles andere als hilfreich, sie bestätigt halt nur das es passiert.

EDIT ?solved?:
Ein veralteter Eintrag in der "/etc/samba/smb.conf" brachte den Dolphin und andere Komponenten des KDE dazu unsinnige DNS-Anfragen auszulösen wie kein DNS-Server erfolgreich auflösen konnte. Und weil der systemd-resolved bis zu 5 Sekunden lang versuchte das aufzulösen blockierte der Dolphin.
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Last edited by schmidicom on Mon Aug 19, 2019 9:46 am; edited 4 times in total
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mike155
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 1:08 pm    Post subject: Reply with quote

Mir kommen spontan folgende Ideen in den Sinn:
  1. Hast Du in der letzten Zeit etwas an Deinem System geändert? Neue Versionen installiert? Oder irgendeine Hardware-Änderung? Vielleicht einen neuen Kernel installiert?

  2. ppoll() wartet ja darauf, dass sich bei den File-Deskriptoren etwas ändert: Schau Dir im strace Log an, was sich hinter den File-Deskriptoren verbirgt.

  3. Du hast strace offenbar mit Option "-t", aber nicht mit Option "-f" aufgerufen? Bitte rufe es noch einmal auf und füge Option"-f" hinzu. Wenn Du magst, poste das Ergebnis über wgetpaste

  4. Du könntest das Programm mit Debug Symbolen übersetzen und aus gdb starten. Während der 10 Sekunde Pause brichst Du das Programm ab und generierst einen Backtrace für alle Threads:
    Code:
    thread apply all bt

    Beim ersten Mal sind werden vermutlich recht viele Namen mit "??" angezeigt - dann musst Du weitere Pakete mit Debug Symbolen übersetzen.

    Jedenfalls weißt Du dann, was die Prozesse / Threads machen und kannst im Quellcode nachsehen.
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schmidicom
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 1:29 pm    Post subject: Reply with quote

1.
Eine Menge, ich bin von VirtualBox auf libvirt umgestiegen habe ein World-Update gefahren und so weiter...
Das alles wieder zurück zu verfolgen, geschweige denn Rückgängig zu machen, kann ich gleich vergessen.

2. und 3. Keine Ahnung was ppoll genau macht oder was File-Deskriptoren sind, aber ich werde mir das strace nochmal ansehen...

4. Wenn alles andere fehlschlägt probiere ich das vielleicht aus aber ich bin ehrlich kein Fan davon das Debug-Flag zu aktivieren...
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mike155
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 1:44 pm    Post subject: Reply with quote

schmidicom wrote:
1. Eine Menge, ich bin von VirtualBox auf libvirt umgestiegen habe ein World-Update gefahren und so weiter...
Das alles wieder zurück zu verfolgen, geschweige denn Rückgängig zu machen, kann ich gleich vergessen.

Ich sehe das ganz positiv: wenn Du viel geändert hast, gibt es sicherlich einen Grund, warum es nicht mehr geht. Und vermutlich müssen die Ergebnisse von weiteren Tests Dich nur in die richtige Richtung schubsen - dann fällt Dir wieder ein, was Du geändert hast und Du kannst es rückgängig machen.

schmidicom wrote:
4. Wenn alles andere fehlschlägt probiere ich das vielleicht aus aber ich bin ehrlich kein Fan davon das Debug-Flag zu aktivieren...

Es ist leider nicht hilfreich, das Debug USE-Flag zu setzen. Hier gibt's die Anleitung: https://wiki.gentoo.org/wiki/Debugging. Die wesentlichen Schritte sind:
  1. Create the files '/etc/portage/env/debugsyms' and '/etc/portage/env/installsources' as shown on the Wiki page

  2. Add the packages you want to debug to '/etc/portage/package.env' (as shown on the Wiki page)

  3. Re-emerge the packages you added to '/etc/portage/package.env'

  4. Run your program in gdb
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schmidicom
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 1:51 pm    Post subject: Reply with quote

Hier mal das strace, diesmal von dolphin.
https://drive.google.com/file/d/1_7W26T6Pn1ZskCKVO21V-F3G4Fl7OWub/view?usp=sharing

EDIT:
Das muss irgendein Netzwerkmist sein.
Lösche ich die "/etc/resolv.conf" so das kein DNS mehr zur Verfügung steht verhält sich der Dolphin und alle FileOpen-Dialoge wieder völlig normal. Sobald ich die "/etc/resolv.conf" aber wiederherstelle ist auch das Problem wieder da.
Nur was genau der Dolphin da bis zu 10 Sekunden lang per DNS versucht aufzulöschen, weiß ich nicht...
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mike155
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 2:16 pm    Post subject: Reply with quote

schmidicom wrote:
Das muss irgendein Netzwerkmist sein.
Lösche ich die "/etc/resolv.conf" so das kein DNS mehr zur Verfügung steht verhält sich der Dolphin und alle FileOpen-Dialoge wieder völlig normal. Sobald ich die "/etc/resolv.conf" aber wiederherstelle ist auch das Problem wieder da.
Nur was genau der Dolphin da bis zu 10 Sekunden lang per DNS versucht aufzulöschen, weiß ich nicht...

Spannend! Zu dem gleichen Ergebnis bin ich auch gerade gekommen. Ich habe mir Deinen Strace Log angesehen und bin auf folgende Zeilen gestoßen (Port 53=DNS):
Code:
24121 15:39:10 socket(AF_INET, SOCK_DGRAM|SOCK_CLOEXEC|SOCK_NONBLOCK, IPPROTO_IP) = 4
24121 15:39:10 connect(4, {sa_family=AF_INET, sin_port=htons(53), sin_addr=inet_addr("127.0.0.53")}, 16) = 0
...
24121 15:39:10 poll([{fd=4, events=POLLIN}], 1, 5000 <unfinished ...>

Das sind die Zeilen kurz vor einer 5 Sekunden Pause. Nach der Pause wird poll() ein zweites Mal ausgeführt, was wieder zu fast 5 Sekunden Pause führt - insgesamt also 10 Sekunden Pause.

==> Überprüfe mal alles, was mit DNS zu tun hat.

Was verwendest Du OpenRC? Oder Systemd?
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schmidicom
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 2:58 pm    Post subject: Reply with quote

Ich benutze eine Kombination von NetworkManager und systemd-resolved, wobei letzterer als lokaler DNS-Cache eingerichtet ist.

Offenbar will der Dolphin irgendeine Domain (welche genau werde ich wohl nie erfahren) auflösen und der systemd-resolvd versucht das zwar (vermutlich nicht nur beim vom NetworkManager angegebenen DNS-Server sondern auch bei jedem einzelnen FallBack-DNS-Server) gibt dann aber nach 5 Sekunden erfolglos auf. Fürs erste bleibt mir wohl oder übel nichts anderes übrig als den Symlink "/etc/resolve.conf" von "/run/systemd/resolve/stub-resolv.conf" auf "/run/systemd/resolve/resolv.conf" umzustellen, wodurch der systemd-resolved zu einem reinen Verwalter der DNS-Einstellungen degradiert wird.

Mich würde ja mal brennend interessieren was zum Teufel die KDE-Entwickler geritten hat das sie auf die glorreiche Schnapsidee kommen den Dolphin im Hardcore-Style auf das auflösen irgendeiner ominösen Domain warten zu lassen!
Und das ganze dann gleich noch zweimal hintereinander... :evil: :evil: :evil:
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mike155
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 4:14 pm    Post subject: Reply with quote

Quote:
Ich benutze eine Kombination von NetworkManager und systemd-resolved, wobei letzterer als lokaler DNS-Cache eingerichtet ist.

Es spricht nichts gegen Systemd und auch nichts gegen NetworkManager.

Ich selbst benutze Systemd und systemd-networkd.

Es spricht aber einiges dagegen, Systemd für die DNS Namensauflösung zu nutzen. Paul Vixie hat sich deutlich dagegen ausgesprochen und ich stimme ihm da zu. Nach Möglichkeit sollten alle Programme die alten Wege und Libraries für die DNS Namensauflösung verwenden und Systemd in weitem Abstand umgehen.

Quote:
den Symlink "/etc/resolve.conf" von "/run/systemd/resolve/stub-resolv.conf" auf "/run/systemd/resolve/resolv.conf" umzustellen

Ich würde stattdessen empfehlen, den Symlink zu entfernen und wieder die gute alte /etc/resolv.conf Datei von Hand anlegen. Je weniger Systemd mit DNS zu tun hat, desto besser (s.o.).

Siehe: 'man systemd-resolved', Abschnitt '/ETC/RESOLV.CONF'.
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schmidicom
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 5:30 pm    Post subject: Reply with quote

Das sehe ich ganz anders und die Mozilla-Devs dürften da ähnlich denken.

Der übliche DNS-Client von Linux ist genau so mangelhaft wie der von Windows.
Er kennt kein DNSSEC, DoT oder DoH und es gibt kein Interface für andere Programme wie Beispielweise den NetworkManager um bei einem Wechsel des Netzwerks eine Konfigurationanpassung zu veranlassen. Ein sauber implementierter Cache (nscd sehe ich nicht als das an) ist im übrigen genau so wenig vorhanden wie ein automatischer FallBack auf alternative DNS-Server.

Für mich ist dieser Workaround auf dauer nicht akzeptabel und wenn die KDE-Devs ihren Dolphin nicht bald reparieren werde ich dazu einen Bugreport eröffnen.
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asturm
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 5:33 pm    Post subject: Reply with quote

schmidicom wrote:
Für mich ist dieser Workaround auf dauer nicht akzeptabel und die KDE-Devs ihren Dolphin nicht bald reparieren werde ich dazu einen Bugreport eröffnen.

...wäre ein Bugreport nicht eher am Anfang des Prozesses?
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backend.cpp:92:2: warning: #warning TODO - this error message is about as useful as a cooling unit in the arctic
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schmidicom
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 5:39 pm    Post subject: Reply with quote

asturm wrote:
...wäre ein Bugreport nicht eher am Anfang des Prozesses?

Und wo soll der sein wenn nicht bei KDE?
systemd-resolved verhält sich doch genau so wie es das sollte. Es versucht etwas aufzulösen was über den ersten DNS-Server nicht aufgelöst werden kann und geht dann seine Liste an Ersatzserver durch bis es nach 5 Sekunden gezwungen ist aufzugeben. "net-dns/openresolv" oder irgend ein anderer Resolver mit ähnlichen Fähigkeiten würde sich doch kein Stück anders verhalten. Außerdem sollte eine Anwendung nicht vollkommen blockieren nur weil sie auf die Auflösung einer Domain wartet.

EDIT:
Ein Webbrowser beliebt ja auch noch bedienbar wenn er auf die IP-Adresse wartet.
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mike155
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 5:45 pm    Post subject: Reply with quote

schmidicom wrote:
Für mich ist dieser Workaround auf dauer nicht akzeptabel und wenn die KDE-Devs ihren Dolphin nicht bald reparieren werde ich dazu einen Bugreport eröffnen.

Warum willst Du bei den KDE-Entwicklern einen Bug öffnen, wenn Dein DNS Resolving nicht funktioniert?

Schau Dir den Strace Log an: es wird ein Request an systemd-resolved gesendet, aber es kommt keine Antwort zurück. Das Problem liegt nicht bei Dolphin, KDE oder Qt, sondern bei systemd-resolved und Deinem DNS Resolving Setup. DNS Resolving ist die Basis von allem. Es muss einfach funktionieren.
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schmidicom
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 5:49 pm    Post subject: Reply with quote

Wäre das wirklich so müssten auch andere Komponenten ein Problem haben, ist aber nicht der Fall.
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mike155
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 5:58 pm    Post subject: Reply with quote

schmidicom wrote:
Wäre das wirklich so müssten auch andere Komponenten ein Problem haben, ist aber nicht der Fall.

Bitte keine voreiligen Schlüsse...

Wenn Du dem strace log nicht traust: häng Dich mit tcpdump oder Wireshark rein und schau Dir an, welche Anfrage gesendet wird und ob / was systemd-resolved antwortet. Da ich jetzt auch schon einige Zeit mit dem Fall verbracht habe, interessiert es mich auch, welche DNS Anfrage Dolphin / KDE/ Qt senden und ob / was systemd-resolved darauf antwortet. Dann sehen wir ja, wer schuld ist.
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schmidicom
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PostPosted: Fri Aug 16, 2019 6:28 pm    Post subject: Reply with quote

Werde ich am kommenden Montag mal machen...
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firefly
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PostPosted: Sat Aug 17, 2019 6:33 am    Post subject: Reply with quote

Um zu testen ob dnssec überhaupt funktioniert gibt es zwei tests um das zu verifizieren:
Hierfür wird das tool dig aus net-dns/bind-tools verwendet.

Die Ausgaben sind von meinem system wo NetworkManager + dnsmasq verwendet wird (https://wiki.gentoo.org/wiki/NetworkManager#NetworkManager_way)
Wobei dnsmasq nur als dns caching proxy dient. Und daher ist in dnsmasq selbst kein dnssec aktiviert (Wenn aktiv bricht es die dns ausflösung, da der dns meines router nur dnssec proxy spielt und dadurch überhaupt keine auflösung mehr stattfindet. Es läuft dann in einen timeout).

(Quelle für die tests: https://techglimpse.com/dns-dnssec-testing-validating-tools/)

Erfolgreiche DNSSEC Validierung:
Code:
$ dig dnssectest.sidn.nl +dnssec +multi

; <<>> DiG 9.14.4 <<>> dnssectest.sidn.nl +dnssec +multi
;; global options: +cmd
;; Got answer:
;; ->>HEADER<<- opcode: QUERY, status: NOERROR, id: 14732
;; flags: qr rd ra ad; QUERY: 1, ANSWER: 2, AUTHORITY: 0, ADDITIONAL: 1

;; OPT PSEUDOSECTION:
; EDNS: version: 0, flags: do; udp: 1232
; COOKIE: 7120fea039f0a408436e799d5d579aebe4cb16d2d6842883 (good)
;; QUESTION SECTION:
;dnssectest.sidn.nl.   IN A

;; ANSWER SECTION:
dnssectest.sidn.nl.   3600 IN   A 213.136.9.12
dnssectest.sidn.nl.   3600 IN   RRSIG A 8 3 3600 (
            20190915071059 20190816071059 42033 sidn.nl.
            HslinXKfBufJ4vlnIznnsdaSV45qcEyiWFe9F8Bh5Nl8
            XepczJtD01+DBNzBlTu0Tz1o29+3ZLBobqWSCVhRzxjG
            gSbkessg5bkiJA5YVuh4hZ6/Bx7OHFAkv/q55tmbybIE
            2DKgGjPwNpNeXcoeBLySa1bPQkS/Hs9TBdkHQvY= )

;; Query time: 83 msec
;; SERVER: ::1#53(::1)
;; WHEN: Sat Aug 17 08:13:25 CEST 2019
;; MSG SIZE  rcvd: 258


Fehlerhafte DNSSEC Validierung (in der quelle wird dnssec-or-not.org verwendet um die ausgabe für eine fehlerhafte dnssec konfiguration zu zeigen, da aber die seite selbst eine dnssec test implementiert habe ich die domain mit der richtigen ausgetauscht, welche von dem website test verwendet wird)
Code:
$ dig bad.dnssec-or-not.com  +dnssec +multi

; <<>> DiG 9.14.4 <<>> bad.dnssec-or-not.com +dnssec +multi
;; global options: +cmd
;; Got answer:
;; ->>HEADER<<- opcode: QUERY, status: SERVFAIL, id: 46828
;; flags: qr rd ra; QUERY: 1, ANSWER: 0, AUTHORITY: 0, ADDITIONAL: 1

;; OPT PSEUDOSECTION:
; EDNS: version: 0, flags: do; udp: 1232
; COOKIE: 770ef885ac63cbe58d60fc125d579cb0d2029f86140ae542 (good)
;; QUESTION SECTION:
;bad.dnssec-or-not.com.   IN A

;; Query time: 610 msec
;; SERVER: ::1#53(::1)
;; WHEN: Sat Aug 17 08:21:04 CEST 2019
;; MSG SIZE  rcvd: 78


Bzw. test via website:
http://dnssec-or-not.org/

EDIT: Das in meinem Setup keine dns auflösung mehr funktionet wenn in dnsmasq dnssec aktiviert wird könnte daran liegen, dass dnsmasq von networkmanager mit dem parameter --proxy-dnssec gestartet wird und dadurch dnsmasq selbst nur ein dnssec proxy ist. Das beist sich wohl mit der aktivierung von dnssec in der dnsmasq konfiguration.
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schmidicom
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PostPosted: Mon Aug 19, 2019 6:31 am    Post subject: Reply with quote

So die Analyse mit Wireshark ist nun da:
https://drive.google.com/file/d/1gmboYDWBlcgfF5nTZpYzriqEx3Eq-M_J/view?usp=sharing

Hier noch ein paar Infos:
172.16.0.170 - Das ist mein Gentoo Linux
172.16.0.167 - Das ist meine libvirt-VM
172.16.0.2 + 172.16.0.3 - Die beiden DNS-Server

nmcli:
br_vlan10: verbunden to br_vlan10
        "br_vlan10"
        bridge, 1A:05:9D:63:58:04, sw, mtu 1500
        ip4-Vorgabe
        inet4 172.16.0.170/24
        route4 172.16.0.0/24
        route4 0.0.0.0/0
        inet6 fe80::eb57:ba43:9450:4746/64
        route6 fe80::/64
        route6 ff00::/8

eno1: verbunden to uplink1
        "Intel Ethernet"
        ethernet (e1000e), 38:2C:4A:70:BC:D0, hw, mtu 1500
        inet6 fe80::3a2c:4aff:fe70:bcd0/64
        route6 fe80::/64
        route6 ff00::/8

vnet0: verbunden to vnet0
        "vnet0"
        tun, FE:54:00:D2:42:A7, sw, mtu 1500
        Master br_vlan10

vlan10: verbunden to vlan10
        "vlan10"
        vlan, 38:2C:4A:70:BC:D0, sw, mtu 1500
        Master br_vlan10
        route6 ff00::/8

lo: nicht verwaltet
        "lo"
        loopback (unknown), 00:00:00:00:00:00, sw, mtu 65536

DNS configuration:
        servers: 172.16.0.2 172.16.0.3
        domains: mgdom.ch
        interface: br_vlan10

An der Wireshark-Aufzeichnung kann man erkennen das beim öffnen des Dolphin einige unsinnige DNS-Requests ("A vlan10" und "AAAA vlan10") ausgelöst werden.
Meine Vermutung schein bestätigt, die DNS-Server 172.16.0.2 und 172.16.0.3 geben natürlich sofort auf aber der systemd-resolved versucht mit jeden FallBack-Server doch noch irgend eine bracuhbare Antwort zu liefern was dann eben dementsprechend lange dauert.

Es bleibt jedoch die Frage warum macht der Dolphin (und andere Komponenten des KDE Plasma 5) so etwas und warum blockiert er vollständig bis er eine Antwort erhält?

Neuer Workaround:
Ich habe in der "/etc/hosts" bei "127.0.0.1" und "::1" den Namen "vlan10" eingetragen und damit gibt es keine verzögerungen mehr, auch nicht wenn "/etc/resolv.conf" auf "/run/systemd/resolve/stub-resolv.conf" zeigt.
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firefly
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PostPosted: Mon Aug 19, 2019 7:59 am    Post subject: Reply with quote

Hat einer der systeme vlan10 als hostname?
Falls ja wie erhält das system seine IP-Adresse?
Falls die adresse manuell zugewiesen ist dann gibt es keinen DNS-Server (Der auch DHCP spielt) der den hostnamen kennt.
Dann ist klar was los ist. Daher ist die Lösung den hostname in der hosts datei einzutragen kein Workaround sondern die Lösung.
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schmidicom
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PostPosted: Mon Aug 19, 2019 8:17 am    Post subject: Reply with quote

Die IP-Adresskonfiguration wird schon seit Ewigkeiten manuell gemacht und nein "vlan10" ist nicht der Hostname sondern "pc170am", dieser Hostname ist in den beiden DNS-Servern 172.16.0.2 / 172.16.0.3 registriert.
Code:
schmidicom@pc170am ~> cat /etc/hostname
pc170am

Der Name "vlan10" kommt nur innerhalb der NetworkManager-Konfiguration vor und auch da nicht als Hostname.
/etc/NetworkManager/system-connections/uplink1.nmconnection:
[connection]
id=uplink1
uuid=2d28eb19-9505-420c-9ae1-5c033f1010e9
type=ethernet
permissions=

[ethernet]
auto-negotiate=true
mac-address=38:2C:4A:70:BC:D0
mac-address-blacklist=

[ipv4]
dns-search=
method=disabled

[ipv6]
addr-gen-mode=stable-privacy
dns-search=
method=ignore
/etc/NetworkManager/system-connections/vlan10.nmconnection :
[connection]
id=vlan10
uuid=4be4df46-79a9-427e-8383-790567d5b4bb
type=vlan
interface-name=vlan10
master=5e861ed5-e465-4c7f-984d-021b2885912c
permissions=
slave-type=bridge

[ethernet]
mac-address-blacklist=

[vlan]
egress-priority-map=
flags=1
id=10
ingress-priority-map=
parent=2d28eb19-9505-420c-9ae1-5c033f1010e9
/etc/NetworkManager/system-connections/br_vlan10.nmconnection:
[connection]
id=br_vlan10
uuid=5e861ed5-e465-4c7f-984d-021b2885912c
type=bridge
interface-name=br_vlan10
permissions=

[ipv4]
address1=172.16.0.170/24,172.16.0.1
dns=172.16.0.2;172.16.0.3;
dns-search=mgdom.ch;
may-fail=false
method=manual

[ipv6]
addr-gen-mode=stable-privacy
dns-search=
ip6-privacy=0
method=link-local

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firefly
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PostPosted: Mon Aug 19, 2019 8:35 am    Post subject: Reply with quote

Da ein DNS Request nach vlan10 als "hostname" gemacht wird muss irgendwo dieser name als bestandteil einer Netzwerk URI/URL verwendet werden.

Und was sagt der befehl hostname?
Denn es kann sein dass der Hostname durch einen dienst überschrieben wird und dadurch der eintrag in /etc/hostname nicht verwendet wird
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schmidicom
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PostPosted: Mon Aug 19, 2019 8:43 am    Post subject: Reply with quote

firefly wrote:
Da ein DNS Request nach vlan10 als "hostname" gemacht wird muss irgendwo dieser Name als Bestandteil einer Netzwerk URI/URL verwendet werden.

Würde mich auch interessieren wo KDE diesen her nimmt...

firefly wrote:
Und was sagt der befehl hostname?
Code:
schmidicom@pc170am ~> hostname
pc170am

Code:
schmidicom@pc170am ~> hostnamectl
   Static hostname: pc170am
         Icon name: computer-desktop
           Chassis: desktop
        Machine ID: bbb8d7caf5404e37b4bf2ee222c0f404
           Boot ID: 49de5b2b60a948bda27b5768eec73ed7
  Operating System: Gentoo/Linux
            Kernel: Linux 5.2.8-gentoo
      Architecture: x86-64

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Max Steel
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PostPosted: Mon Aug 19, 2019 9:01 am    Post subject: Reply with quote

würde wahrscheinlich mal ein "grep -r vlan10 /etc ~" probieren... irgendwo muss das Ding ja herkommen, oder nicht?
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mike155
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PostPosted: Mon Aug 19, 2019 9:08 am    Post subject: Reply with quote

Ich habe mir gerade den tcp dump angesehen. Soweit ich sehe, werden alle Anfragen sofort beantwortet. Möglicherweise hast Du den Dump noch nicht richtig erstellt. Wir suchen nach einer Anfrage, die NICHT beantwortet wird und die nach 5 Sekunden wiederholt wird.
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schmidicom
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PostPosted: Mon Aug 19, 2019 9:11 am    Post subject: Reply with quote

Max Steel wrote:
würde wahrscheinlich mal ein "grep -r vlan10 /etc ~" probieren... irgendwo muss das Ding ja herkommen, oder nicht?
egrep -ir vlan10 /etc/:
/etc/hosts:127.0.0.1    pc170am.mgdom.ch pc170am localhost vlan10
/etc/hosts:::1          pc170am.mgdom.ch pc170am localhost vlan10
/etc/samba/smb.conf:        interfaces = lo vlan10
/etc/NetworkManager/system-connections/vlan10.nmconnection:id=vlan10
/etc/NetworkManager/system-connections/vlan10.nmconnection:interface-name=vlan10
/etc/NetworkManager/system-connections/br_vlan10.nmconnection:id=br_vlan10
/etc/NetworkManager/system-connections/br_vlan10.nmconnection:interface-name=br_vlan10
/etc/libvirt/qemu/PC167AM.xml:      <source bridge='br_vlan10'/>

Der Eintrag in "/etc/hosts" habe ich erst heute eingetragen um den Dolphin ruhig zu stellen, aber das in der "/etc/samba/smb.conf" weckt mein misstrauen.

Um libvirt benutzen zu können musste ich einiges umstellen, unter anderem wird die IP-Konfiguration jetzt nicht mehr auf "vlan10" (wie es vorher der Fall war) angewendet sondern eben auf "br_vlan10". Dabei habe ich wohl dem smbd vergessen zu sagen das er jetzt nicht mehr vlan10 als Interface benutzen soll sondern br_vlan10.
Ich stelle das mal um, mal sehen ob sich dadurch was ändert...
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Max Steel
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PostPosted: Mon Aug 19, 2019 9:20 am    Post subject: Reply with quote

Sieht für mich jetzt im Prinzip auch alles gut aus, das einzige was jetzt noch "fehlen" dürfte wäre der Nachtrag mit "grep -ir 'vlan10' ~"

Denn irgendwie muss dolphin ja auf die Idee kommen...
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